Wodka trinken wie ein Profi

Eingelegtes schmeckt gut zum Wodka
Sauer eingelegtes Gemüse oder Eier sind ein beliebter Snack zum Wodka

Silvester 2017 verbrachte ich in Krakau. Es war kalt, es war dunkel und es war feuchtfröhlich. Na zdrowie! Wie es in Polen üblich ist, wurde ausgelassen gefeiert und der Wodka floss im Übermaß. Allerdings beschränkte sich der Wodkagenuss nicht nur auf den Silvesterabend. Nö, die Polen brauchen keine Feier, um ihrem Nationalgetränk ausgiebig zu huldigen. Genau genommen brauchen sie nicht einmal einen triftigen Grund. Wodka wird gerne getrunken – zu jeder Zeit, an jedem Ort. Da kommt es schon mal vor, dass die Großeltern einer Freundin, die man besucht, nach dem Kaffeekränzchen am Nachmittag die Schnapsflasche auf den Tisch stellen. Und je später der Abend, desto mehr Feuerwasser wird getrunken.

Wodka-Trinken ohne Kater – beneidenswert!

Das Erstaunliche am Trinkverhalten der Polen: Die einheimische Bevölkerung scheint den Hochprozentigen scheinbar ohne ernstere Auswirkungen trinken zu können. Abends schön einen im Tee haben und am nächsten Tag wieder fit und munter zur Arbeit.

True Story: Am 1. Januar stand um 11 Uhr morgens der Telekom-Techniker vor unserem Apartment, um eine Störung zu beheben. Der Mann sah aus wie das blühende Leben – um 11 Uhr vormittags an Neujahr! Das ist nicht nur hervorragender Service – ja, ich sehe Dich an, Deutsche Telekom! – sondern auch eine körperliche Höchstleistung. Wie machen die Polen das?

Tatsächlich gibt es ein paar Tipps, wie man Wodka richtig genießen und so dem Vollrausch entgehen kann. Also hau diesem fiesen Kater eins vor’n Latz, denn so trinkst Du wie ein echter Wodka-Profi:

Wodka richtig genießen

Hände weg von billigem Fusel!

Dass die Polen viel Wodka trinken, heißt nicht, dass sie ihn nicht auch genießen. Deshalb der erste, grundlegende Tipp: Trinke nur guten Wodka! Klar, Fünf-Euro-Fusel aus dem Discounter klingt erst mal verführerisch. Aber kein Preis rechtfertigt den kopfzerschmetternden Bomben-Kater am nächsten Tag. Würde man das Preis-Kater-Verhältnis messen, bekäme der Fürst Uranov Vodka die volle Punktzahl. Ich nenne ihn deshalb liebevoll „Fürst URINov“. Also Finger fort von fiesem Fusel!

Hochwertiger Wodka riecht kaum alkoholisch, schmeckt rein, mild und brennt nicht. Entscheidend für die Qualität ist der Herstellungsprozess. Durch mehrfache Destillation und Filtration werden Unreinheiten und Fuselöle beseitig. Diese Fuselöle sind verantwortlich für die typischen Kater-Symptome. Hochwertiger Wodka schmeckt also nicht nur besser, er steigert auch Dein Wohlbefinden am nächsten Tag. Gute, preiswerte Marken sind z.B. Russian Standard, Absolut, Ketel One oder der polnische Wyborowa.

Bier auf Wodka – nie!

Um den Genuss noch zu steigern, solltest Du Wodka kalt trinken – eiskalt. Lege die Flasche deshalb einige Stunden vor dem Trinken ins Gefrierfach und halte sie danach in einem Eiskübel kalt.

In Polen trinkt man Wodka entweder als Shot oder aus der Stopka, dem klassischen Wodkaglas, das 100 ml fasst. Eine Stopka solltest Du allerdings nicht in einem Zug leeren – das käme Selbstmord gleich. Lieber in kleinen Schlucken trinken und genießen. Dann hat man länger was vom Abend.

Eine weitere wichtige Regel lautet: Bleib beim Wodka! Du wirst nie einen Polen sehen, der seinen Wodka mit einem Bier runterspült. Wechsle also nicht zu Wein, Bier oder anderen Spirituosen, sondern bleibe den ganzen Abend über dem Wodka treu – Dein Kater wird es Dir danken. So verhinderst Du ein wildes Durcheinander, das vielleicht den Magen reizt, und verhinderst zudem die Aufnahme der fiesen Fuselöle aus anderen Drinks.

Deftiges Essen hilft

In Polen gehört die passende kulinarische Begleitung zum Wodka einfach dazu. Meist werden deftige, fettige Snacks wie Wurst oder geräucherter Schinken gereicht. Deine Weight-Watchers-Punkte solltest Du an einem trinkseligen Abend also besser vergessen. Und bevor sich die Veganer beschweren: Natürlich gibt es in Polen auch tierfreundliche Snacks, aber die „vegetarische“ Kost beschränkt sich meist auf Eier, Fisch oder irgendwas mit viel Mayo. Sorry!

Wie genau sich fettiges Essen auf die Alkoholaufnahme des Körpers auswirkt, ist noch nicht ganz geklärt. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen. Die einen sagen, fettiges Essen verlangsame lediglich die Aufnahme des Alkohols und hemme zudem die Leberfunktion. Alkohol werde dadurch trotzdem aufgenommen, aber das Gefühl der Trunkenheit sei nicht so stark. Andere wiederum sind der Ansicht, dass Fett den Alkohol bindet und dadurch verhindert, dass er ins Blut gelangt. Ich bin zwar kein Mediziner, kann aber definitiv bestätigen, dass eine gute Grundlage und ein paar Snacks zwischendurch das Wohlbefinden steigern und den Rausch abschwächen.

Achte auf Deinen Wasserhaushalt

Als Snack sehr zu empfehlen sind übrigens polnische Salzgurken oder in Essig eingelegtes Gemüse. Diese Snacks spenden kostbare Mineralien und Elektrolyte, die dem Körper bei starkem Alkoholkonsum durch gesteigerte Ausscheidung von Wasser (also häufiges Pipimachen) entzogen werden. Das beugt dem Kater vor.

Apropos Strullern: Achte auf Deinen Wasserhaushalt! Wie gesagt, bewirkt Alkohol einen Wasser- und Mineralverlust im Körper. Das heißt, wenn wir Alkohol trinken, trocknet der Körper aus. Deshalb solltest Du idealerweise nach jedem Glas Alkohol die gleiche Menge Wasser trinken – auch wenn Du dadurch noch öfter aufs Klo musst.

Maßvoller Wodka-Genuss ist die beste Katermedizin

Hochwertiger Wodka, kein Durcheinander und ausreichend Essen und Wasser – damit lassen sich Rausch und Kater zwar nicht verhindern, aber definitiv lindern. Das beste Rezept ist aber noch immer ein maßvoller Genuss. Also trink verantwortungsvoll!

Ob es hilft, den Kater zu vermeiden, indem man wie in Polen üblich auf die Gesundheit trinkt, ist übrigens nicht bewiesen. Schaden kann es aber nicht – also na zdrowie!

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