Whisky-Test: St. Kilian – The Spirit of St. Kilian Batch 7

Eine Flasche St. Kilian Batch 7
Der St. Kilian Batch 7 ist zwar (noch) kein Whisky, hat aber trotzdem viel Geschmack.

Ja, okay… Bevor mich jemand korrigiert: der St. Kilian Batch 7 ist eigentlich kein Whisky, sondern ein gereifter Malzbrand. Denn Whisky muss per Gesetz mindestens drei Jahre lang im Holzfass reifen, um sich Whisky nennen zu dürfen. Ganz so viele Jahre hat die neueste Abfüllung der St. Kilian Distillers aus Rüdenau noch nicht auf dem Buckel. Trotzdem bringt er für sein zartes Alter jede Menge Geschmack mit. Wie genau der Batch 7 schmeckt, schaue ich mir im heutigen Tasting an.

St. Kilian Batch 7 – Die „Lucky Number Seven“

In nahezu allen Ländern und Kulturen gilt die 7 als Glückzahl. Vermutlich deshalb haben die St. Kilian Distillers ihre siebte „The Spirit of St. Kilian“-Abfüllung mit „Lucky 7“ betitelt. Ob der Batch 7 tatsächlich glücklich macht, werden wir gleich herausfinden. Zunächst aber ein paar Infos über den Brand:

Der Batch 7 ist bereits die siebte Abfüllung der Brennerei auf ihrem Weg zum vollwertigen Whisky. Während der für den Whisky auserwählte Brand drei Jahre lang im Fass ausharrt, bringt St. Kilian in regelmäßigen Abständen immer wieder einen Spirit als Zwischenstand an den Start. Das ist nicht nur ein cleverer Marketingtrick, sondern auch hochinteressant. Denn anhand der verschiedenen Batches ließen sich die Entwicklung des Brands und der unterschiedliche Einfluss der Fässer hervorragend nachvollziehen. Der aktuelle Batch 7 ist die vorerst letzte Station in dieser Reise, bevor im Mai 2019 die allererste Abfüllung des St. Kilian German Single Malt Whisky veröffentlicht wird.

Der St. Kilian Batch 7 wurde in den Jahren 2016 und 2017 destilliert und reifte 22 Monate lang in drei verschiedenen Fasstypen. Zum Einsatz kamen neben frischen Virgin-Oak-Fässern auch solche, die vorher bereits Bourbon und Sherry enthielten. Diese Fass-Dreifaltigkeit sorgt natürlich für ordentlich Geschmack und Aroma. Abgefüllt wurde der Lucky 7 mit 44 Vol.-% Alkoholgehalt. Insgesamt wurden nur 4.600 Flaschen produziert. Ich schätze mich also „lucky“, eine davon probieren zu dürfen.

Die Fässer wurden übrigens von wahren Whisky-Fans ausgesucht. Denn der St. Kilian Batch 7 wurde zusammen mit Fans kreiert. Bei einem Blending in der Destillerie wählten fünf glückliche Gewinner einer Verlosung gemeinsam mit Master Distiller Mario Rudolf und Patrick Hock die Fässer aus, aus denen der Malzbrand kreiert werden sollte. Team-Spirit im besten Sinne!

Wie schmeckt der St. Kilian Batch 7?

Aussehen

Soll nochmal einer behaupten, man könne das Alter eines Whiskys an seiner Farbe ablesen. Von wegen! Der Batch 7 hat trotz seiner jungen 22 Monate schon einiges an Farbe abbekommen. Ich würde sie am ehesten als leicht rotstichiges Bernstein beschreiben.

Geruch

In der Nase geht einiges: Ich rieche Apfel und Rumtopf mit eingelegten Rosinen, dazu süßes Karamell-Popcorn, süße rote Beeren und Malz. Beim zweiten Mal Riechen kommen noch ein Hauch Milchschokolade und Bananenschale hinzu.

Geschmack

Intensiv, süß und Sherry-lastig: Der St. Kilian Batch 7 startet mit einer sehr geilen Fruchtigkeit mit grünen Äpfeln, Bananenschale, roten Beeren und Rosinen. Im Mittelteil wird der Brand trockener. Nun schmecke ich Zartbitterschokolade und würzige, leicht bittere Eichennoten.

Abgang

Der Abgang ist trocken und mittellang. Er fällt nicht so intensiv aus, wie das Bouquet und der Geschmack, hat dafür aber eine angenehm cremige Textur. Ich nehme noch etwas trockenen Sherry wahr, dazu Eichenwürze, wieder Apfel (diesmal reifer und mit Kerngehäuse) und Früchtebrot.

Wer sollte den St. Kilian Batch 7 kaufen?

Wow, der St. Kilian Batch 7 hat mich überrascht! Wer hätte gedacht, dass so ein kleiner, junger Spirit so viel Geschmack auffährt? Ist das noch Brand oder ist das schon Whisky? – Dem Geschmack nach letztes! Das macht richtig Laune und super-gespannt auf den Single Malt Whisky, der im Mai veröffentlicht wird.

Beim Batch 7 haben der Master Distiller und seine fünf Fans ganze Arbeit geleistet. Alle drei Fasstypen tragen klar und deutlich zum Gesamtbild des Brands bei: Die Bourbonfässer sorgen für süße Karamell- und Popcorn-Noten, die Sherryfässer sorgen für Tiefe und Frucht und die Virgin-Oak-Fässer bringen schließlich trockene, würzige Eichennoten mit ins Spiel. So entsteht ein gekonnt konstruierter, geschmackvoller und ausbalanciertet Malzbrand.

Vor allem werden sich vermutlich Freunde von Sherry-lastigen und jungen Whiskys mit dem St. Kilian Batch 7 anfreunden können. Aber ich lege den Brand jedem ans Herz, der sich mal von der Intensität und Kraft eines jungen, fassgereiften Spirits überzeugen möchte. Mich hat dieses Tasting auf jeden Fall sehr glücklich gemacht – so wie sich das für die „Lucky 7“ gehört!

Die harten Fakten

Spirituose St. Kilian – The Spirit of St. Kilian Batch 7
Herkunft St. Kilian Distillers, Rüdenau, Deutschland
Sorte gereifter Malzbrand
Alkoholgehalt 44 Vol.-%
Alter 22 Monate
Reifung Bourbon-, Sherry- und Virgin-Oak-Fässer
Fazit Ein für sein junges Alter überraschend geschmacksintensiver Brand. Schön ausbalanciert zwischen Süße, Sherry-lastiger Frucht und würziger Eiche. Der macht happy!

Disclaimer: Ich habe mir die im Artikel behandelte Spirituose selbst von eigenem Geld gekauft. Es handelt sich um eine unabhängige Beschreibung und Bewertung des Produkts. Trotzdem deklariere ich den Artikel hiermit sicherheitshalber als unbezahlte Werbung. 

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