Whisky-Test: Old Owl Single Malt – Whisky aus dem Frankenland

Old Owl Whisky reift in Rotweinfässern
Der Old Owl Whisky kommt aus Franken und reift in fränkischen Rotweinfässern

Whisky ist im Grunde nichts anderes als destilliertes Bier. Wer Bier brauen kann, kann also auch Whisky brennen? Naja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Trotzdem versuchen sich immer mehr deutsche Bierbrauer am schottischen Nationalgetränk – so auch die Brauerei Kauzen-Bräu aus dem fränkischen Ochsenfurt. Dort entsteht der Old Owl Single Malt Whisky – ein schönes, regionales Produkt. Wie er schmeckt, probiere ich heute.

Ein Käuzle unters Schnäuzle

Die Ochsenfurter Kauzen-Bräu, seit 1809 im Privatbesitz, zählt zu den modernsten mittelständischen Brauereien Deutschlands. Jedes Jahr werden dort 70.000 Hektoliter Bier hergestellt. Und das schmeckt: Elf Mal zeichnete die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) die Brauerei bereits mit dem „Preis der Besten“ in Gold aus. Mein persönlicher Tipp: Das erfrischend-herbe Pils mit dem herrlichen Slogan „Ein Käuzle unters Schnäuzle“.

Nach zwei Jahrhunderten Bier war es jedoch Zeit für etwas Neues. Deshalb beschlossen Kauzen-Chef Karl-Heinz Pritzl und sein Braumeister im Jahr 2011, dem Käuzle einen hochprozentigen Bruder an die Seite zu stellen. Geboren war die Idee vom Old Owl Whisky.

Old Owl – Whisky aus fränkischen Weinfässern

Die Eule ist das Wappentier von Kauzen-Bräu
Große Augen – das Wappentier von Kauzen-Bräu

Wie beim Bierbrauen wird für die Herstellung des Old Owl Whiskys zunächst ein Sud aus regionalem Gerstenmalz und Brauwasser aus dem eigenen Brunnen angesetzt. Die im Malz vorhandenen Enzyme wandeln während des Maischens die enthaltene Stärke in Zucker um. Anders als beim Bier wird der entstandenen süßen Lösung nun aber kein Hopfen zugegeben. Stattdessen wird die Mischung sofort mit einer untergärigen Hefe versetzt und vergoren. Jetzt noch zweimal destillieren und fertig ist der Brand, aus dem nach drei Jahren Lagerung Whisky wird. Destilliert wurde mein Old Owl Whisky im August 2013, abgefüllt im November 2016. Insgesamt wurden von diesem Batch 1.100 Flaschen produziert.

Der Brand wird zur Reifung – ganz fränkisch – drei Jahre in Weinfässern gelagert. Die Barriques aus französischer Eiche enthielten zuvor fränkischen Rotwein. Sie geben nochmal ordentlich Fruchtaromen und Geschmack an den Whisky ab. Vor der Abfüllung wird der Old Owl Whisky weder kaltfiltriert noch gefärbt. Also Natur pur – das gefällt!

Wie schmeckt der Old Owl Single Malt Whisky?

Aussehen

Das kleine aber feine Fläschlein enthält Whisky, der in Goldgelb mit leichtem Kupferstich leuchtet.

Geruch

Insgesamt riecht der Whisky sehr süß und cremig. Ich nehme Karamell, karamellisierte Birnen und ein paar Eichenaromen wahr. Diese stammen aus dem französischen Eichenholz.

Geschmack

Im Mund setzt sich die Süße fort. Ich schmecke viel dunklen Karamell und braunen Zucker, außerdem unreife Birnen und Äpfel. Die Textur ist cremig. Im Mittelteil kommt der Rotweineinfluss durch – ein schöner, trocken-fruchtiger fränkischer Roter. Zudem schmecke ich einen Hauch Kakao. Zum Ende hin wird der Whisky zunehmend trocken.

Abgang

Der Abgang ist trocken und leider etwas kurz, dafür aber knackig. Ein wenig Frucht und milde Eiche sowie Rotwein klingen kurz nach.

Wer sollte den Old Owl Single Malt Whisky kaufen?

Der Old Owl Single Malt Whisky ist was für Fans von jungem, leichtem Whisky. Der Spirit ist süß und unkompliziert mit ein paar schönen Rotweinaromen. Klar, eine Geschmacksbombe sollte man nach drei Jahren Reifezeit nicht erwarten – das will der Old Owl aber auch gar nicht sein. Vielmehr ist er ein leichter Drink für Nebenbei.

Meine Genussempfehlung: Das Ochsenfurter Herrengedeck. Ein frisches, herbes Käuzle Pils und dazu 2cl Old Owl Whisky!

Die harten Fakten

Spirituose Old Owl – Fränkischer Single Malt Whisky
Herkunft Kauzen-Bräu, Ochsenfurt, Bayern, Deutschland
Sorte Single Malt Whisky
Alkoholgehalt 43 Vol.-%
Alter 3 Jahre (2013-2016)
Reifung Französische Barriques, die zuvor fränkischen Rotwein enthielten
Fazit Ein süßer, leichter und unkomplizierter Whisky mit ein paar Rotweinnoten. Gut zum Bier.

Disclaimer: Ich habe mir die im Artikel behandelte Spirituose selbst von eigenem Geld gekauft. Es handelt sich um eine unabhängige Beschreibung und Bewertung des Produkts. Trotzdem deklariere ich den Artikel hiermit sicherheitshalber als unbezahlte Werbung.

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