Whisky-Test: Bowmore 15 Jahre – Flauschig, rauchig, gut!

Bowmore 15 Jahre
Der Bowmore 15 Jahre darf im Oloroso-Sherry-Fass nachreifen – eine wahre Wellnesskur für den Whisky

Rauchige Whiskys sind nicht jedermanns Sache. Für manche schmecken die Whiskys von den schottischen Inseln prinzipiell nach Aschenbecher, während es für andere nichts Besseres gibt als Ardbeg, Bowmore und Co. Aber über Geschmack kann man ja bekannter Maßen vorzüglich streiten…

Der Liebhaber erkennt natürlich auch bei den getorften Whiskys große Unterschiede – von wegen alles Aschenbecher! Da gibt es die schweren Rauchbomben, die einen unter dunklen Rauchschwaden erdrücken, andere wiederum ähneln in ihrer Aromatik eher einem schwelenden Lagerfeuer. Einen ganz und gar einzigartigen „Rauch-Charakter“ besitzen die Whiskys von Bowmore, einer traditionsreichen Destillerie auf der Insel Islay. Der typische Bowmore-Rauch lässt sich meiner Meinung nach am besten als „wolkig“ beschreiben und kommt in allen Abfüllungen der Brennerei zum Tragen – auch im 15-jährigen Bowmore*, der Rauch und Sherry-Süße hervorragend kombiniert. Ein echt spannender Tropfen!

Wellness-Kur im Oloroso-Fass

Der Bowmore 15 firmierte bis vor Kurzem unter dem Namen „Darkest Sherry Cask Finish“, um auf die dreijährige Nachreifung in ausgesuchten, dunklen Oloroso-Sherryfässern hinzuweisen. Ausgeklügelter Marketingsprech, auf den die Brennerei seit einiger Zeit überraschender Weise verzichtet, denn mittlerweile hat der Whisky diesen vielversprechenden Titel abgelegt. Doch der Flascheninhalt ist immer noch derselbe. Zum Glück, denn die Nachreifung erweist sich als echte Wellness-Kur für den Bowmore.

Oloroso ist eine mittelsüße Sherry-Sorte. Obwohl Oloroso oftmals ein recht süßes Bouquet mit Aromen von Rosinen, Feigen und Datteln sowie Nuss und Tabak besitzt, ist er dennoch ein eher trockener Sherry – viel trockener als die für die Whisky-Reifung ebenso beliebte Sherry-Sorte Pietro Ximénez (kurz PX). Halbtrocken trifft es wohl am besten. Oloroso ist die perfekte Wahl für die Nachreifung des 15-jährigen Bowmore, denn der halbtrockene Charakter des Sherrys und seine fruchtige Aromatik harmonieren wunderbar mit dem rauchigen Whisky. Der Sherry belebt den Whisky statt ihn unter zu viel üppiger Süße zu erdrücken. Schenken wir uns also ein Dram ein!

Wie schmeckt der Bowmore 15 Jahre?

Aussehen

Schon die Farbe des Bowmore macht Appetit auf mehr. Dank des Sherry-Finishs hat der Whisky eine satte, intensiv rote Kastanienfarbe. Allerdings muss man anmerken, dass hier mit etwas Zuckerkulör nachgeholfen wurde, um eine einheitliche Farbgebung bei allen Chargen zu gewährleisten – eigentlich schade, tut dem Whisky aber keinen Abbruch.

Geruch

Dieser kleine Wermutstropfen ist vergessen, sobald man die Nase zum Glas führt und die Aromen einsaugt, die der Bowmore 15 parat hält. Zunächst einmal fällt der anfangs erwähnte, typische Bowmore-Rauch auf. Das ist dieser angenehm weiche, fast schon flauschewolkige Rauch, der einem die Nase auspolstert – himmlisch! Anfangs nehme ich zudem etwas geräucherten Speck wahr. Dann schlagen auch schon die süßen Aromen vom Oloroso-Sherry zu: Rosinen, diese klebrigen, getrockneten Datteln und eine fruchtige Beerensüße werden ergänzt von Anklängen dunkler Schokolade. Es gibt nicht viele Tropfen, die Sherry-Einflüsse so gekonnt in einen rauchigen Whisky integrieren – eine schwierige Aufgabe, die nicht immer funktioniert. Aber beim Bowmore 15 klappt es! Das Ergebnis ist eine hervorragende Melange aus Rauch und Sherry!

Geschmack

Zeit, einen Schluck zu probieren. Im Antritt überrascht der Bowmore 15 mit einem kurzen Süßekick. Der hält aber nur einen Augenblick an. Dann verbreitet sich nämlich im Mund dieser wolkige, weiche Rauch – allerdings dezenter als in der Nase. Denn die Rauchigkeit des Bowmore 15 wird eingebettet in satte Sherrynoten: rote Beeren, Rosinen, Karamell. Behält man ihn noch eine Weile im Mund, bildet der Whisky zunehmend würzige Eichennoten aus. Nun macht sich die europäische Eiche bemerkbar, aus der die Sherryfässer gefertigt wurden. Der Alkohol ist die ganze Zeit über schön eingebunden und tritt nie negativ in den Vordergrund.

Abgang

Die Eichenwürze ist dann auch im sehr langen, kräftigen Abgang erkennbar. Der 15-jährige Bowmore schließt mit dezenten, süßen Sherrynoten, Eiche und einer Spur weichem Rauch am Gaumen. Sehr ausgewogen und schmackhaft – ich will mehr davon.

Wer sollte den Bowmore 15 Jahre kaufen?

Wirklich jeder, der einen guten Whisky schätzt! Nein, das ist natürlich zu viel des Guten. Natürlich wird der 15-jährige Bowmore vor allem Fans von rauchigen Whiskys mit Sherry- bzw. Wein-Finish schmecken. Wer die ähnlich gelagerten Laphroaig PX Cask und Talisker Port Ruighe mag, wird den Bowmore 15 lieben. Außerdem empfehle ich den Bowmore wegen seiner wolkigen, angenehmen Rauchigkeit Einsteigern, die ihren ersten Islay-Whisky probieren möchten. Bowmore-Whiskys sind prinzipiell keine Rauchbomben wie viele Ardbegs oder Laphroaigs, sondern zeichnen sich eben durch diesen typisch weichen, flauschigen Rauch aus, der beim 15-jährigen perfekt in die Sherry-Noten eingebunden ist, was ihm zusätzlich etwas Intensität nimmt.

Außerdem sei noch das wirklich hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis angemerkt. Für unter 55 Euro bekommt man eine Menge Whisky!

Hier könnt Ihr den Bowmore 15 kaufen*.

Die harten Fakten

Spirituose Bowmore 15 Jahre
Herkunft Bowmore Distillery, Isle of Islay, Schottland
Sorte Single Malt Whisky
Alkoholgehalt 43 Vol.-%
Alter mindestens 15 Jahre
Reifung Bourbon-Fässer und 3-jähriges Finish in Oloroso-Sherry-Fässern
Fazit Bomben-Whisky, der gekonnt weichen Rauch mit fruchtigen Sherry-Einflüssen verbindet. Top Preis-Leistungs-Verhältnis!

Disclaimer: Ich habe mir die im Artikel behandelte Spirituose selbst von eigenem Geld gekauft. Es handelt sich um eine unabhängige Beschreibung und Bewertung des Produkts. Trotzdem deklariere ich den Artikel hiermit sicherheitshalber als unbezahlte Werbung.  Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet), durch die ich bei Kauf eine Provision erhalte.

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