Whisky-News: Glenmorangie Allta – Geprägt von wilden Hefen

Seit mittlerweile zehn Jahren veröffentlicht die berühmte Whisky-Brennerei Glenmorangie aus den schottischen Highlands jährlich eine Abfüllung ihrer Private Edition. Jede dieser Sonderabfüllungen zeigt den Single Malt Whisky von einer außergewöhnlichen Seite. Die diesjährige 10. Private Edition trägt den Namen Allta, was im Schottisch-Gälischen soviel wie „wild“ bedeutet. Denn der Allta ist geprägt von einem wilden Hefestamm.

Wilde Hefe von den eigenen Feldern

Der Glenmorangie Allta erhält seinen Charakter durch die Verwendung von Wildhefen.
Der Glenmorangie Allta erhält seinen Charakter durch Wildhefen.

Bei der Herstellung dieses Allta wurde ein Wildhefestamm verwendet, der unweit der Brennerei auf der eigens für Glenmorangie gezüchteten Cadboll-Gerste wächst und dort von Dr. Bill Lumsden, Director of Distilling bei Glenmorangie, eingesammelt und anschließend kultiviert wurde. Das ist ein Novum in der schottischen Whiskyherstellung, in der für Gewöhnlich zugekaufte Hefen verwendet werden. Im Gegensatz dazu sind eigens gezüchtete Hefen in den USA bei der Herstellung von Bourbon und Co gang und gebe. Glenmorangie verweist deshalb stolz darauf, dass sie die erste schottische Destillerie ist, die einen Whisky mit eigenem Hefestamm produziert hat.

Der Glenmorangie Allta reifte in Bourbon-Fässern, darunter auch zahlreiche Second-Fill-Fässer, um dem fruchtigen Charakter des Whiskys Raum zu geben. Abgefüllt wurde der Brand schließlich mit ehrlichen 51,2 Vol.-%.

Voraussichtlich wird der neue Vertreter von Glenmorangies Private Edition noch im Februar im deutschen Handel erhältlich sein.

Frühere Private Edition setzten auf Fassexperimente

Der Allta ist mittlerweile die zehnte Abfüllung in Glenmorangies Private Edition.  Während der Allta seinen Charakter aus der Verwendung eines Wildhefestamms zieht, setzten die früheren Abfüllungen der experimentierfreudigen Serie meist auf die Lagerung in speziellen Fässern. Folgende Whiskys erschienen bisher in der Glenmorangie Private Edition:

  • Spìos (2018): Durch die ausschließliche Lagerung in amerikanischen Rye-Whisky-Fässern erhielt der Spìos einen würzigen Charakter.
  • Bacalta (2017): Diese Abfüllung überzeugt durch süß-fruchtige Aromen, die der Whisky einem Finish in Madeira-Fässern zu verdanken hat.
  • Mislean (2015): Nach der Reifung in Bourbon-Fässern durfte dieser Glenmorangie in eigens für diesen Zweck nochmals stark gerösteten Weinfässern nachreifen – dadurch schmeckt er süß und würzig zugleich.
  • Tùsail (2014): Für die Herstellung des Tùsail wurde von Hand gemälzte Wintergerste der Sorte „Maris Otter“ verwendet, was dem Whisky erdige und robuste Malz-Aromen verlieh.
  • Companta (2013): Dieser Whisky lagerte in Fässern aus berühmten französischen Weingütern:  Zum einen in Fässern aus der Burgunder Grand-Cru-Spitzenlage Clos de Tart, zum anderen in Fässern, die zuvor einen gespriteten Süßwein von der Côtes du Rhône enthielten.
  • Ealanta (2012): Diese Abfüllung reifte 19 Jahre ausschließlich in jungfräulichen Fässern aus Amerikanischer Weißeiche. Eine Seltenheit, die für unverfälschte Aromen aus dem Eichenholz sorgt.
  • Artein (2011): Dieser 15-jährige Whisky erhielt ein Finish in Sassicaia-Rotweinfässer aus der Toskana, die für geballte Fruchtigkeit sorgten.
  • Finealta (2010): Der Finealta geht auf ein Rezept aus dem Jahr 1903 zurück. Gereift wurde er in Fässern aus amerikanischer Weißeiche und spanischen Oloroso-Sherry-Fässern. Das einzigartige ist allerdings die Verwendung von über Torffeuer getrocknetem Malz, das dem Whisky leichte Raucharomen verleiht.
  • Sonnalta PX (2009): Nachdem er 10 Jahre lang in Fässern aus amerikanischer Weißeiche gereift war, wurde dieser Whisky für ein zweijähriges Finish in Pedro-Ximenez-Sherry-Fässer umgefüllt – für fruchtige Sherry-Aromen. 

Ich bin gespannt, welche Tricks Glenmorangie für die nächsten Private-Edition-Abfüllungen auspackt…

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