Skinny Bitches haben keinen Geschmack!

Ein Glas Wodka-Soda
Wenig Geschmack, viel Trend: Skinny Bitches

Trink mal drüber nach… Skinny Bitches haben keinen Geschmack!

Eine reißerische Überschrift, ich weiß. Doch wehe dem, der Böses dabei denkt. Denn mit „Skinny Bitches“ meine ich keine gekünstelten Lifestyle-Influencer/innen, die Selfies mit veganen Superfood-Bowls posten – #yummy, #superfood, #nofilter, #40eurofüreinpaarnüsse, #habichmirnurzumfotografierenbestelltundlassesdannwiederzurückgehen.

Nein, eine Skinny Bitch ist auch ein trendiger aber absolut unspektakulärer Drink, den die Welt nicht braucht. Trotzdem macht dieser Long Drink derzeit die Runde in den Bars und Clubs der Republik – und ist trotz seiner Geschmacklosigkeit furchtbar angesagt. 

Was ist eine Skinny Bitch?

Wie man eine Skinny Bitch mixt, ist schnell erklärt: Man nehme Wodka, ein wenig Limettensaft und fülle das ganze mit Soda auf. Wie das schmeckt? Herrlich unspektakulär! Fad, öde, wie eine sehr dünne Limettensaftschorle. Fragt man allerdings die Party-Crowd, die diesen Drink schätzt, bekommt man eine andere Antwort.

True Story: Ich saß nach der Arbeit im Bus und hörte meinen Sitznachbarn – einer Gruppe Mittzwanzigern – zu, wie sie sich auf das Wochenende einstimmten. 

„Boa Alter, weißt Du welcher Drink total bockt?“ – „Ne Digga, was denn?“ – „Wodka-Soda, Alter. Schmeckt ultra-geil!“

– Nein, Digga, tut es nicht…

Was ist schlimmer als Skinny Bitches? Wodka-Soda – der Höhepunkt der buchstäblichen Geschmacklosigkeit. Wieso also dieser Hype um ein Getränk, das nach nichts schmeckt? Meiner Meinung nach gibt es dafür drei Gründe:

Wieso trinkt man das überhaupt?

  1. Eine Skinny Bitch ist, das muss ich zugeben, durchaus erfrischend. Gerade im Club oder an heißen Tagen mag der Drink seinen Reiz haben, weil er den Durst stillt.
  2. Da sind wir schon bei Punkt 2: Zu viel davon sollte man nicht trinken, denn Skinny Bitches sind hochprozentig und machen schnell betrunken. Gerade beim Feiern ist das für viele aber ein durchaus erwünschter Nebeneffekt. Und wenn man sich nicht mit irgendwelchem Geschmack rumschlagen muss – umso besser! Dann kann man sich das Zeug noch viel schneller in die Rüstung kippen.
  3. Der Gesundheits-Faktor: Ja, richtig gelesen! Manch einer hält diesen Drink tatsächlich für eine gesunde Alternative zu herkömmlichen Cocktails. Denn in einer Skinny Bitch ist kaum was drin, außer Wasser, Wodka und ein wenig Limettensaft. Kein Zucker oder Likör, keine süßen Säfte und keine schweren Spirituosen – und vermeintlich kaum Kalorien. Und das ist wohl der ausschlaggebende Faktor, weshalb Skinny Bitches vor allem von – verzeihen Sie mein Französisch – Skinny Bitches getrunken werden.

Es ist also mitunter der Gesundheitsfaktor, der diesen Anti-Drink so erfolgreich macht – der Geschmack kann es jedenfalls nicht sein. Aber schlechte Nachrichten für alle Kalorienzähler: Ganz so diättauglich ist Wodka nämlich nicht. Pro 100ml kommt er auf stolze 225 Kalorien. Außerdem handelt es sich um Alkohol, und der ist prinzipiell nie gesund.

Wieso trinken Leute einen Cocktail, der nach Arsch und Friedrich schmeckt? Ich weiß es ehrlich nicht. Prinzipiell lebe und genieße ich ja nach dem Credo, dass jeder trinken darf, was ihm schmeckt. Wodka-Soda verstehe ich aber einfach nicht, Skinny Bitches ebenso wenig. Vor allem dann nicht, wenn man unverschämte 8 Euro für einen dieser verwässerten Wodka-Lemons verlangt (aber das ist wieder eine andere Geschichte).

Kauf Dir doch besser einen richtigen Drink! Wie wäre es mit einem Moscow Mule? Der ist doch auch cool und trendy – und schmeckt sogar nach was. Meinetwegen kannst Du Dir sogar einen Gin Tonic mit Gurke genehmigen. Alles schmeckt nach mehr, als diese geschmacklosen Skinny Bitches.

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