Gin-Test: Woodland Pink Gin – Beeriges aus dem Sauerland

Eine Flasche Woodland Pink Gin
Pretty in Pink – Woodland Pink Gin

[Werbung] Pink ist eine seltsame Farbe. Sie ist grell, laut, aufdringlich. Sie nicht Rosa, zumindest nicht so ganz. Pink gilt als feminine Farbe, aber auch „tough guys wear pink“. Sie ist rebellisch und stiefmütterlich zugleich. Vor allem aber ist Pink lebendig. Im Englischen sagt man: „She looks like she’s in the pink“, um zu sagen, dass jemand aussieht wie „das blühende Leben“. Vielleicht gilt der trendige Pink Gin deshalb als frischer Sommer-Drink für Frauen. Die Aufmerksamkeit zieht der Paradiesvogel unter den Gins auf jeden Fall auf sich. Nun haben auch meine Freunde aus dem Sauerland, die Sauerland Distillers, einen Pink Gin auf den Markt gebracht. Ob der Woodland Pink Gin nur was für Frauen ist, finden wir im heutigen Tasting heraus.

Die Ankündigung, dass die Sauerland Distillers nun auch einen Woodland Pink Gin herstellen, hat mich überrascht. Vor allem, da die Jungs aus dem Sauerland vor allem für ihren bodenständigen Wald-und-Wiesen-Geschmack bekannt sind, und zuletzt sogar einen heftig-starken Navy Strength Gin auf den Markt gebracht haben. Wieso also jetzt so was Buntes, Süßes? Wollen die sich der weiblichen Zielgruppe anbiedern?

Der Trend hinter Woodland Pink Gin

Der Woodland Pink Gin ist nicht der einzige seiner Art. Denn seit etwa zwei Jahren findet man zunehmend rosarote Gins in den Verkaufsregalen. Wieso? Zum einen ist Pink Gin ist ein Hingucker. Zum anderen schmeckt er durch die Zugabe von Beeren – oft Himbeere, Erdbeere und Co – süßer und fruchtiger als normaler Gin. Sicher spielt also das Kalkül, Gin für neue Zielgruppen schmackhaft zu machen, eine große Rolle. Denn einige Marketing-Menschen und Marktforscher scheinen Frauen unisono eine Vorliebe fürs Süße zuzuschreiben…

Allerdings gibt es bei Pink Gins große Qualitätsunterschiede: Manche Pink Gins sind pappsüß, enthalten Farb- und Geschmacksstoffe oder sind gar nicht pink (stattdessen ist die Flasche aus pinkem Glas). Pink Gin ist übrigens auch keine neue Idee. Seit langer Zeit wird Gin mit Beeren versetzt, um z.B. Sloe Gin herzustellen. Und Mitte des 19. Jahrhunderts erfreute sich der Pink Gin Cocktail aus Plymouth Gin und Angostura-Bitters großer Beliebtheit. Pink Gin ist auch keine offizielle Gin-Sorte wie etwa Dry Gin.

Woodland Pink Gin – Himbeere, Grapefruit und Beerenpfeffer

Nun ist das Sauerland nicht gerade für seine weiten Himbeerfelder und Grapefruit-Plantagen bekannt, sondern eher für Wanderausflüge durch Wald und Wiese. Wie also sind die Sauerland Distillers auf die Idee für den Woodland Pink Gin gekommen?

„Irgendwie hatten wir den Eindruck, dass ein solches Produkt nicht in unser Portfolio passt. Trotzdem hatte sich die Idee, einen leichteren, sommerlichen Gin zu kreieren, in unseren Köpfen festgesetzt. Nach und nach fanden wir das immer spannender, bis dann der Tag kam, an dem wir wussten: Ja, wir machen das!“

Till Brauckmann, Sauerland Distillers

An ihrem ersten Pink Gin haben die Sauerländer lange getüftelt. Denn aufgrund ihres hohen Qualitätsanspruchs sollte die Herstellung des Woodland Pink Gin kein einfaches Unterfangen werden. Zumal sich etliche Botanicals wie zum Beispiel Erdbeere, Schlehe oder Vanille sich als ungeeignet erwiesen. Letztlich haben es dann unter anderem Holunderblüte, Himbeere und schwarze Johannisbeere in den Gin geschafft. Abgerundet wird das Ganze mit Pink Grapefruit und einem Schuss Beerenpfefferdestilllat. In die Flasche kommt der Gin schließlich mit 38 Vol.-%, was im Vergleich zum Woodland Navy Strength Gin mit seinen 57,2 Vol.-% geradezu lächerlich erscheint.

Die drei Woodland-Sorten: Pink Gin, der Klassiker und der Navy Strength
Die drei Woodland-Sorten: Pink Gin, der Klassiker und der Navy Strength

Wie schmeckt der Woodland Pink Gin?

Aussehen

Wow, das nenn ich mal Farbe! Der Woodland Pink Gin leuchtet in grellem Kaugummi-Pink. Laut Hersteller ist der Gin farbecht – nachgefärbt wird also nicht. Ein Hingucker ist wie immer bei Woodland die Innenseite des Rückenetiketts. Dort tummeln sich diesmal wilde Amazonen.

Geruch

Zunächst bekomme ich einen Zitronen-Kick ab, dann streicheln mir aber als Wiedergutmachung liebliche Himbeeraromen die Nase. Dazu noch Grapefruitschale und eine Nuance von Hollunderblüten. Insgesamt hat der Woodland Pink Gin ein sehr beeriges und sommerliches Bouquet. Mich freut außerdem, dass sogar der Wacholder sowie ein Hauch der für Woodland typischen Harz- und Waldaromen durchschimmern. Schön, dass trotz der fruchtigen Süße der Hausstil bewahrt wird.

Geschmack

Nicht so süß, wie gedacht! Anfangs ist zwar eine gewisse Süße da, aber sie übertönt den Woodland-Charakter nicht. Vielmehr bereichern die verspielten Nuancen von Himbeere und Blüten den Wald-und-Wiesen-Geschmack und fügen ihm eine neue, süße Dimension hinzu. Trotz der geringen 38 Vol.-% weiß der Gin, sich durchzusetzen.

Was im Antritt gut funktioniert, hinkt ein wenig im Mittelteil. Denn nun schlägt die Säure der Grapefruit zu – ein wenig zu dolle für meinen Geschmack. Die Zitrusnoten sind kräftig, wodurch der Wacholder und sein Gefolge aus Beeren und Blüten dann doch in den Hintergrund gedrückt wird.

Abgang

Der Abgang des Woodland Pink Gin ist nicht süß, sondern wider Erwarten trocken und leicht bitter. Es bleibt vor allem der zitrale Grapefruit-Geschmack hängen, aber auch etwas Pfeffer und Wacholder. Ganz am Ende zieht die Himbeere noch mal den Hut, sagt „Servus!“ und verabschiedet sich in den Sonnenuntergang. Mich erinnert das an einen appetitanregenden Aperitif.

Wer sollte den Woodland Pink Gin kaufen?

Pink Gin ist nur was für die Ladies? Keineswegs! Der Pink Gin aus dem Sauerland beweist, dass pinke Drinks nicht nur was für Frauen sind, sondern auch für den männlichen Teil der Schöpfung eine sommerliche Gin-Alternative sein können. Tough guys drink pink!

Der Woodland Pink Gin ist nicht so lieblich, wie es sein knuffiges Äußeres erwarten lässt. Stattdessen bleibt er dem Hausstil von Woodland treu, denn immer wieder scheint der Wald-und-Wiesen-Charakter der Sauerländer durch. Die verspielte Beeren-Süße verbindet sich mit diesen eher bodenständigen Noten zu einem schönen Sommer-Aperitif. Obwohl die Zitrus-Säure für kurze Zeit das Ruder an sich reißt und den Gin für meinen Geschmack in etwas zu bittere Gefilde lenkt, dreht der Woodland Pink Gin das Steuer im Abgang nochmal rum. Mit einem schönen Himbeer-Finale klingt er aus wie ein warmer Sommertag.

Den Woodland Pink Gin kannst du direkt im Woodland-Shop kaufen.

Die harten Fakten

Spirituose Woodland Sauerland Pink Gin
Herkunft Sauerland Distillers, Lüdenscheid, Deutschland
Sorte Pink Gin
Alkoholgehalt 38 Vol.-%
Reifung ungereift
Botanicals u.a. Wacholder, Himbeere, Johannisbeere, Holunderblüten, Pink Grapefruit und ein Schuss Beerenpfefferdestillat
Fazit Nicht so süß, wie man denkt. Himbeere, Blüten und Grapefruit ergeben zusammen mit dem bodenständigen Woodland-Charakter einen sommerlichen Aperitif.

Disclaimer: Ich bin laut Telemediengesetz §6 dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Die genannte Spirituose aus dem Artikel habe ich als Testmuster vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen nach eigenem Ermessen.

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