Gin-Test: Linden No. 4 – Das Elixier aus Köln

Linden No. 4 Dry Gin
Der Linden No. 4 Dry Gin geht auf den britischen Alchemisten D.R. Linden zurück – oder doch nicht?

[Werbung] Gin gibt es mittlerweile fast wie Sand am Meer. Die richtig guten Exemplare aus der Masse herauszusieben, ist keine einfache Aufgabe. Denn noch bevor man den Gin probieren kann, versuchen die Marken durch einen spektakulären Auftritt und spannendes Storytelling zu überzeugen. Viele Gins warten deshalb mit aufregenden Geschichten auf, die Spektakuläres versprechen – und den Drink leider oft in den Schatten stellen. Der Linden No. 4 Dry Gin aus Köln fällt in Punkto Story und Geschmack aus der Reihe – im positiven Sinn.

Die Reise des D.R. Linden

„Im Jahre 1895 macht sich der ehrenwerte Alchemist Dave Richard Linden auf den Weg von London nach Köln. Im Gepäck hatte er Zutaten für die Kreation einer Spirituose namens Gin, der in England bereits große Aufmerksamkeit zuteilwurde. In einem kleinen Haus in Köln trug es sich schließlich zu, dass D.R. Linden seine eigene Rezeptur entwickelte: Linden No. 4. Das ursprünglich als Kräutertinktur gedachte Elixier wurde im nächtlichen Amüsement auch als Trunk angewandt und erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Nach seinem Tod wurde die bekannte Straße mit dem Haus Nr. 4 nach dem Alchemisten benannt: die Lindenstraße. Um dem Meisterwerk der Rezepturen die Ehre zu erweisen, wurde dieser floral duftende und sanft schmeckende Gin neu aufgelegt, damit der Geist von D.R. Linden weiterlebt.


Diese Geschichte ist frei erfunden – der Geschmack nicht.“

Chapeau, Linden! Während viele Marken und Hersteller sich in Übertreibungen und Marketingsprech übertrumpfen, tischt der Linden No. 4 eine Münchhausen-mäßige Lügengeschichte auf, enttarnt sie als Quatsch und reduziert sie letztendlich auf das Wesentliche – den Geschmack. Das ist clever, unterhaltsam und ich hab herzlich gelacht. Gespannt auf den Gin macht diese Story allemal.

Kamille, Rose und Johannisbeere

Der Linden No. 4 erfüllt bei der Herstellung alle Anforderungen eines London Dry Gins. Das heißt, alle Botanicals werden während eines einzigen Destillationsvorgangs verarbeitet. Auch künstliche Aromen, Farbstoffe und Zucker sind Tabu. Ich finde das sehr sympathisch, denn ich bevorzuge den klassischen Geschmack eines London Dry Gin. Bei vielen Neukreationen spielt der Wacholder mittlerweile ja leider nur noch eine Nebenrolle. Wieso die Veedel Distillers, die den Linden herstellen, auf die Bezeichnung „London Dry Gin“ auf dem Flaschenetikett verzichtet haben, weiß ich nicht. Vielleicht, um die Herkunft aus Köln zu betonen.

Linden No. 4 Gin wird mit Rosenblätter und Kamille gemacht
Wacholder gehört natürlich dazu aber Rosenblätter und Kamille heben den Linden No. 4 von der Masse ab

Destilliert wird der Gin ebenfalls ganz klassisch in einer Kupferbrennblase. Hergestellt wird er ausschließlich in ehrlicher Handarbeit in kleinen Batches. Jedes Batch umfasst lediglich 200 Flaschen. Wir probieren heute übrigens Flasche 80 von 200 aus dem Batch Hereford 19.

Aber spätestens, wenn man einen Blick auf die verwendeten Botanicals wirft, merkt man, dass es bei den Veedel Distillers doch nicht ganz so klassisch zugeht. Denn bei den Zutaten wartet der Linden No. 4 mit ein paar Überraschungen auf. Zunächst finde ich gut, dass im Linden nicht eine ganze Wagenladung verschiedener Botanicals zum Einsatz kommt. Denn während einige Gins die Devise „mehr ist besser“ leben (Monkey 47), verlässt sich der Linden No. 4 lediglich auf acht ausgesuchte Zutaten: Neben den üblichen Verdächtigen wie Wacholder, Koriander, Veilchenwurzel und Kardamom sorgen Rosenblätter, Kamille sowie Holunderblüten für einen floralen Geschmack – und als Tüpfelchen auf dem i dürfen auch noch schwarze Johannisbeeren mitmischen. Und das, liebe Ginfreunde, kommt richtig gut:

Wie schmeckt der Linden No. 4 Dry Gin?

Aussehen

Im Glas ist der Linden No. 4 glasklar. Der Gin ist von öliger Konsistenz, denn am Glas bilden sich einige schlieren.

Geruch

In der Nase ist der Linden No. 4 Gin unglaublich mild und floral. Man kann die Nase sogar tief ins Glas hängen – da brennt gar nix. Die Kamille schwebt im Vordergrund, dazu nehme ich parfümige Rosenblätter und süß-harzige, frische Wacholderbeeren wahr. Die schwarzen Johannisbeeren setzen einen süßen Akzent mit saftig-beerigen Fruchtaromen. Nach einer Weile bilden sie einen marmeladigen Grundton, der die krautig-floralen Noten trägt. Sehr schön!

Geschmack

Auch im Mund ist der Linden No. 4 wieder mild, aber mit einem leichten Prickeln auf der Zunge. Geschmacklich steht der Wacholder im Vordergrund – schön klassisch, wie sich das für einen Dry Gin gehört. Koriander und Kardamom tragen zitrusfruchtige Noten bei und ersetzen dadurch die Zitronen, die im Linden nicht zum Einsatz kommen. Die Veilchenwurzeln schlagen währenddessen mit ihren Noten von Erde und Heu die Brücke zu den floralen Elementen. Diese bilden mit Rosenlimonade, Kamillentee und trockenem Gras den robusten, trockenen Unterbau des Gins.

Abgang

Der Abgang ist trocken und angenehm mild – und erstaunlich lange. Der Wacholdergeschmack bleibt am Gaumen hängen, dazu Rosenblätter und Heublumen. Die Rosenblätter und dunkle Beeren klingen schließlich am längsten nach.

Wer sollte den Linden No. 4 kaufen?

Der Linden No. 4 Dry Gin schmeckt richtig gut! Das Geschmacksprofil kommt eher klassisch daher – trocken mit Wacholder, leichten Zitrusnoten und – als das gewisse Extra – wunderbar milde, florale Blumen- und Kräuternoten. Wer also einen ehrlichen, leichten Dry Gin sucht, der lecker schmeckt und obendrein auch noch richtig Laune macht, sollte zum Linden No. 4 greifen.

Der Kollege mixt sich übrigens auch gut. Im Gin Tonic (probiert mit Thomas Henry) treten die floralen Noten noch mehr in den Vordergrund, was einen duftenden G&T mit feinen Kräuternoten ergibt.

Die harten Fakten

Spirituose Linden No. 4 Dry Gin
Herkunft Veedel Distillers, Köln, Deutschland
Sorte Dry Gin
Alkoholgehalt 43 Vol.-%
Reifung ungereift
Botanicals Insgesamt 8: Wacholder, Rosenblätter, Kamille, schwarze Johannisbeere, Veilchenwurzel, Kardamom, Koriander, Holunderblüten
Fazit Ein richtig leckerer, milder Dry Gin mit floralen Geschmacksnoten und beeriger Frucht.

Disclaimer: Ich bin laut Telemediengesetz §6 dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Die genannte Spirituose aus dem Artikel habe ich als Testmuster vom Hersteller kostenlos zum Testen erhalten. Etwaige Bewertungen werden von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen nach eigenem Ermessen. 

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