Der Tequila-Guide mit G4 Tequila

Die ganze Produktlinie von G4 Tequila
Die ganze Produktlinie von G4 Tequila. Deutlich zu sehen die zunehmende Farbintensität.

[Werbung] Tequila legt allmählich sein Party-Image ab und wandelt sich zur seriösen Genießer-Spirituose. Dementsprechend sind im deutschen Fachhandel immer mehr hochwertige Agavenbrände erhältlich, z.B. Huizache oder der grandiose G4 Tequila.

Während früher hauptsächlich der Fusel mit dem roten Sombrero die Supermarktregale dominierte, hat der geneigte Genießer heute zumindest im Onlinehandel eine große Auswahl. Doch hat man sich für eine Marke entschieden, geht die Qual der Wahl weiter: Welche Art von Tequila kauf ich mir? Blanco, Reposado oder doch Anejo? Viele Altersbezeichnungen machen gerade dem Anfänger den Tequila-Kauf schwer. Aber nicht Verzagen! CaptainKorn to the rescue!

Tequila hat ein eigenes, strenges Set an Regeln – und damit auch ein eigenes System zur Alterskennzeichnung, ähnlich wie Cognac. Man könnte Tequila auch den Cognac unter den Mezcals nennen. Um die Altersbezeichnungen zu erklären, erhalte ich tatkräftige Hilfe von G4, dem Shooting-Star am Tequila-Himmel.

Das ist G4 Tequila

Vorab ein paar Infos über G4 Tequila. Hergestellt wird der G4 von der Familie Camarena, die bereits seit vier Generationen Tequila brennt – deshalb auch der Name. Mit dem G4 setzt die vierte Generation der Familie also die Tradition in ihrer Brennerei El Pandillo in Jesús María fort.

Die Camarenas arbeiten dabei ganz traditionell. Die Agaven werden in einem Steinofen gekocht und in einer Metallwalze zerkleinert. Destilliert wird ausschließlich in Kupferbrennblasen. Das Wasser, aus dem der Tequila hergestellt wird, ist eine 50/50-Mischung aus gesammeltem Regenwasser und Quellwasser.

Am besten bringt es vielleicht Brennmeister Felipe Camarena auf den Punkt: „Ich bin nicht in der Tequilabranche um ausgefallene Flaschen herzustellen – sondern um großartigen Tequila zu produzieren.“ Dieser „großartige Tequila“ wurde bereits mehrmals mit Gold ausgezeichnet – und wird in der Community gerade ziemlich gehyped.

100% Agave vs. Mixto

Beim Tequila-Kauf sollte man zunächst mal einen genauen Blick aufs Etikett werfen. Denn nur wenn „100% Agave“ draufsteht, lohnt sich der Kauf. Tequila wird stets und ausschließlich aus der Blauen Weber-Agave hergestellt. Um den Durst der Massen zu stillen, tricksen einige Hersteller (Stichwort: roter Sombrero) und strecken ihren Tequila. Das Ergebnis nennt sich Mixto und hat meiner Meinung nach kaum was mit Tequila zu tun. Denn im Gegensatz zu reinem Tequila besteht Mixto aus lediglich 51% Agave und 49% Unfug. Das Ergebnis: Jeder Saufpartybesucher kann ein Lied davon singen. Mixto ist wohl auch verantwortlich für das fragwürdige Salz-und-Zitrone-Party-Image, das dem Tequila immer noch nachhängt.

Fazit: Greif ausschließlich zu 100%-Agave-Tequila, wenn du was Hochwertiges trinken willst. Alles andere ist Fusel. PS: Den guten Tequila solltest du auch nicht mit Salz und Zitrone trinken, sondern am besten pur oder in hochwertigen Cocktails, z.B. der Paloma genießen.

Blanco

Blanco nennt man einen Tequila, der transparent ist (aber nicht unbedingt farblos) und nur kurz oder gar nicht gereift ist. Blanco darf höchstens zwei Monate lang in Eichenfässern lagern. Diese Tequila-Art kann auch Silver oder Plata heißen.

Wie schmeckt der G4 Blanco?

Der G4 Blanco Tequila* ist Agave in Reinform. In der Nase ist dieser Tequila einfach nur geil. Reichlich vom mineralisch-würzig-erdigen Agavengeruch, dazu Wurzelgemüse, Anis, Zimt, und ein Hauch Orange – alles sehr mild und seidig.

Auch im Mund ist der Blanco zunächst mild, zum Mittelteil hin kommt aber eine ausgeprägte Weißer-Pfeffer-Schärfe zum Vorschein. Ansonsten dominieren auch im Mund die mineralischen Noten, dazu etwas Grün. Der Abgang ist angenehm, mild-würzig mit einer Spur Alkohol.

Der G4 Blanco ist der perfekte Tequila für Puristen. So muss das schmecken!

Reposado

Die nächst-ältere Tequila-Sorte heißt Reposado. Das Wort „reposado“ bedeutet gelagert, aber auch ruhig und gelassen. Denn im Vergleich zum Blanco darf Reposado länger im Fass entspannen. Diese Altersbezeichnung bekommen Tequilas, die zwischen zwei Monate und einem Jahr lang in Eichenfässern lagern, die nicht mehr als 600 Liter fassen. Statt Reposado darf auch „Aged“ auf dem Flaschenetikett stehen.

Wie schmeckt der G4 Reposado?

Für die Reifung des G4 Tequila Reposado* kommen ausrangierte Bourbon-Fässer zum Einsatz. Das schmeckt und riecht man auch. Die Agave steht weniger im Fokus, dafür rieche ich Vanille, Trockenobst und Karamell (erinnert etwas an Rumtopf), aber auch Kräuter und Salz.

Der Geschmack ist auch süßer als beim Blanco. Zwar gibt es immer noch viel von der Agave zu erschmecken, doch Zimt und Vanille sorgen für Süße. Ausbalanciert wird die Süße von Kräutern (Anis, Thymian) und etwas Erde. Der Abgang schließlich ist länger und weicher.

Wer seinen Tequila lieber etwas milder aber nicht weniger aufregend mag, sollte zum G4 Reposado greifen. Denn die zugegebener Maßen etwas gewöhnungsbedürftigen Agavennoten werden durch die kurze Fasslagerung etwas abgeschwächt und durch Süße ergänzt.

Anejo

Anejo darf sich ein Tequila nennen, der zwischen einem und drei Jahre lang in Eichenfässern gelagert ist, die nicht mehr als 600 Liter fassen. Vor allem auf dem englischsprachigen Markt werden Anejos auch als „Extra Aged“ bezeichnet.

Wie schmeckt der G4 Anejo?

Jetzt kommt Frucht in die Sache. Der G4 Anejo Tequila* ist fruchtiger als die anderen beiden Tequilas. Ich rieche duftende Veilchen, saftiges Obst (Birne, Orange) und Vanille. Dazu noch ein paar Kräuter und mineralische Aromen. Die Agave hält sich dezent im Hintergrund.

Im Mund ist der Anejo wie ein glasierter Reposado. Ich schmecke mehr Süße (Vanille, Zimt, Karamell) und etwas reife Birne, dafür weniger Würze, weniger Salz. Das alles kommt schwerer, mundfüllender und samtiger daher. Der Abgang ist lang, angenehm trocken und schön ausbalanciert zwischen süß und salzig.

Mit dem G4 Anejo nähern wir uns langsam aber sicher dem Territorium der dunklen Spirituosen. Wer weniger Schärfe mag und gern über seinen Drink sinniert, darf getrost auch mal die Nase in einen Anejo Tequila halten.

Extra Anejo

Mehr geht nicht. Extra Anejo ist der Methusalem unter den Tequilas. Diese Altersbezeichnung verdienen sich nur Tequilas, die mindestens drei Jahre lang in besagten Eichenfässern mit maximal 600 Litern Volumen schlummern. Extra Anejos können als „Ultra Aged“ bezeichnet werden.

Wie scheckt der G4 Extra Anjeo?

Zu guter Letzt: der G4 Extra Anejo*. Der kommt gediegen daher, hat im Alter zur Ruhe gefunden. Unaufgeregt präsentiert er sich mit leichter Würze, Vanille und Zimt. Seine Mineralität hat er zwar nicht ganz verloren, aber von der Agave bleiben nur noch ein paar erdig-salzige Wölkchen übrig, die ab und zu vorbeiwehen.

Im Mund geht es ähnlich weiter. Ich schmecke v.a. Zimt und Vanille, ein paar trocken-würzige Eichennoten und einen Hauch Salz. Weniger Körper als der Anejo. Der Abgang schließlich ist warm und angenehm trocken.

Der Methusalem unter den G4s ist unaufgeregt – im Vergleich zu den anderen Dreien fast unspektakulär. Nicht falsch verstehen! Er ist nicht schlecht, aber für einen Tequila ist er mir zu gediegen. Vielleicht sollte man dem Agavenbrand nicht zu viel Zeit im Holz zumuten.

Fazit: Tequila-Altersbezeichnungen auf einen Blick

  • Blanco: max. 2 Monate
  • Reposado: 2 Monate bis 1 Jahr
  • Anjeo: 1 bis 3 Jahre
  • Extra Anjeo: über 3 Jahre

Disclaimer: Ich bin laut Telemediengesetz §6 dazu verpflichtet, diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Die genannte Spirituose aus dem Artikel (G4 Tequila) habe ich als Testmuster vom Hersteller kostenlos zum Probieren erhalten. Etwaige Bewertungen werden von der kostenlosen Bereitstellung nicht beeinflusst und erfolgen nach eigenem Ermessen. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet) für die ich bei Kauf eine Provision erhalte.

2 Replies to “Der Tequila-Guide mit G4 Tequila”

    1. Hui, das ist ja in der Tat ein mords Set an Regeln – vielen Dank für den Hinweis.
      Zumindest gilt folgende Binsenweisheit für Tequila und Cognac gleichermaßen:
      Jeder Cognac ist ein Weinbrand, aber nicht jeder Weinbrand ist ein Cognac. Jeder Tequila ist ein Mezcal, aber nicht jeder Mezcal ist ein Tequila.
      Cheers!

      CaptainKorn says:

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